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Assistierende Gesundheitstechnologien zum Monitoring von psychischen Erkrankungen am Beispiel der Depression

Mielke, Corinna

Psychische Erkrankungen spielen eine immer wichtigere Rolle. Studien zur Prävalenz von psychischen Störungen zeigen eine kontinuierliche Steigerung in den letzten 20 Jahren. Im Gegensatz dazu ist die ärztliche und psychotherapeutische Versorgung nahezu konstant geblieben, was zur Unterversorgung von Patienten mit psychischen Störungen führt. Somit formulierten Fachgesellschaften Forderungen für eine verbesserte Versorgung. 
Um diese Forderungen aus Sicht der Medizinischen Informatik anzugehen, erfolgt die Annahme, dass es möglich ist, mit Hilfe von modernen Informations- und Kommunikationstechnologien, wie assistierende Gesundheitstechnologien (AGT), die Versorgung von psychischen Störungen zu unterstützen.
Es ist jedoch unklar, inwieweit bereits AGT-basierte Maßnahmen bei psychischen Erkrankungen existieren und wie ein Konzept zum AGT-basierten kontinuierlichen Monitoring aussehen kann.
Um diese Problematik zu behandeln, wurde mit einem Literaturreview untersucht, inwieweit AGT-basierte Maßnahmen bereits existieren und Anwendung finden. Da die unipolaren Depressionen bei den eingangs beschriebenen Entwicklungen eine Vorreiterrolle haben, wurde diese Gruppe für die nachfolgende Entwicklung des Konzepts ausgewählt. Hierfür wurde die Veränderung von psychophysiologischen Parametern bei depressiven Phasenveränderungen im Rahmen der prolektiven Beobachtungsstudie „Prädiktoren für den Therapieerfolg und Rückfälle bei Depressionen“ (PREDICT*D) untersucht. Dabei wurde ermittelt, ob und in welchem Maße psychophysiologische Parameter zur Vorhersage von depressiven Phasenveränderungen geeignet sind und welche dieser Parameter einen Hinweis auf einen Rückfall geben könnten. Des Weiteren wurde AGT-unterstütztes Wohnen für depressive Patienten konzipiert. Die Umsetzung dieses Konzepts erfolgte zum einen durch die Gestaltung einer Musterwohnung für AGT-unterstütztes Wohnen im kontrollierten Realumfeld und zum anderen durch eine prolektive Beobachtungsstudie zum Einsatz von AGT-Systemen im häuslichen Umfeld von depressiven Patienten. 
Basierend auf diesen Arbeiten wurde ein Konzept zum AGT-basierten kontinuierlichen Monitoring von Depressionen (AGT-koMoDe) erarbeitet. Insgesamt legen die Ergebnisse dieser Arbeit den Schluss nahe, dass die AGT-koMoDe einen Beitrag zur Versorgung von psychischen Störungen leisten könnte. 

Mental illnesses play an increasingly important role. Studies on the prevalence of mental disorders show a continuous increase over the last 20 years. In contrast, the quantity of medical and psychotherapeutic care has remained almost constant, resulting in the undersupply of patients with mental disorders. Thus, professional societies have formulated demands for improved care. 
To address these demands from the perspective of medical informatics, it is assumed that it is possible to support the care of mental disorders with the help of modern information and communication technologies, such as health enabling technologies (HET).
However, it is unclear to what extent HET-based measures for mental disorders already exist and what a concept for HET-based continuous monitoring might look like.
To address this problem, a literature review was conducted to investigate the extent to which HET-based interventions already exist and are used. Since unipolar depression is at the forefront of the developments described above, this group was selected for the subsequent development of the concept. For this purpose, the change of psychophysiological parameters in depressive phase changes was investigated within the framework of the prolective observational study "Predictors of therapeutic success and relapses in depression" (PREDICT*D). It was determined whether and to what extent psychophysiological parameters are suitable for predicting depressive phase changes and which of these parameters could give an indication of a relapse. Furthermore, HET-assisted living was designed for depressive patients. This concept was implemented by designing a model apartment for HET-assisted living in a controlled real environment and by a prolective observational study on the use of HET systems in the home environment of depressive patients. 
Based on these studies a concept for HET-based continuous monitoring of depression (German: AGT-koMoDe) was developed. Overall, the results of this work suggest that AGT-koMoDe could contribute to the care of mental disorders.

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