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Wurde Architektur zu allen Zeiten verstanden? : Zur sprachlichen Unzugänglichkeit von Architektur

Meckseper, Cord GND

Architektur sei die wirkungsmächtigste aller Künste, so heißt es – und die Architekten betonen immer wieder, im Auftrag der Gesellschaft zu handeln. Der Gesellschaft aber ist „Architektur“ – nur um sie als die formal konsequent durchgestaltete Lösung einer Bauaufgabe und nicht um die Produkte jedweder Bautätigkeit geht es hier – weithin ein Unverstandenes. Wird man kaum müde, Architektur als Spiegel der Gesellschaft zu begreifen, ist es also der Architekt, der ihr den Spiegel vorhält? Hat er gar Anteil an der Definition von Gesellschaft? Wer aber in der Gesellschaft kennt zum Beispiel schon die Namen der Architekten eines so spektakulären Bauwerks wie der Hamburger Elbphilharmonie? („Ach, waren das mehrere?“). Hier ist etwas widersprüchlich verfangen und bedarf der Entwirrung. Sie ist im Grunde einfach: Differenzierte Gesellschaften sind funktional arbeitsteilig organisiert. Architektur ist jenen überantwortet, die für ihre Aufgabe ausgebildet und sie zu realisieren erfahren sind. Ein Bauwerk als solches seitens einer gesellschaftlichen Allgemeinheit zu verstehen und zu kommunizieren, setzt aber auf deren Seite einschlägiges architektonisches Wissen und Vokabular voraus – was die Frage nach der Stellung von Architektur im allgemeinen Bildungskanon aufwirft. Allein darum soll es im Folgenden gehen. Dies durchaus in Kenntnis auch anmutungsbegründeter Zugänge, gar solcher unter Umgehung von Sprache; ohne solche hier in der Folge vertiefter zu berücksichtigen.

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