Empfehlungen für psychologische Interventionen in der rheumatologischen Rehabilitation

Worringen, Ulrike GND; Muschalla, Beate ORCID

Psychologische Interventionen stellen einen wichtigen Bestandteil der medizinischen Rehabilitation der Deutschen Rentenversicherung dar. Sie zielen bei erwerbsfähigen Rehabilitanden ebenso wie alle anderen therapeutischen Leistungen auf die Befähigung zur Teilhabe am Erwerbsleben ab. Bei rheu-matologischen Erkrankungen werden von psychologischer Seite insbesondere die Themen der Krank-heits- und Schmerzbewältigung in Einzel- und Gruppengesprächen aufgegriffen. Mit der Krankheit einhergehende chronische Schmerzen oder auch Folgeerscheinungen der medikamentösen Therapie sind dabei nicht selten gepaart mit einer geringeren Lebensqualität und einer eingeschränkten Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Zudem können Ängste und depressive Stimmungen die rheumatische Erkrankung begleiten. In diesem Kontext eine behandlungsbedürftige psychische Erkrankung von krankheitsbedingtem Leiden abzugrenzen und ggf. eine fachgerechte Unterstützung einzuleiten stellt eine Herausforderung in der medizinischen Rehabilitation dar. Edukative Gruppenangebote können problem- und krankheitsbezogen durchgeführt werden und beför-dern den Austausch mit Gleichbetroffenen. Im Rahmen von krankheitsspezifischen Patientenschulun-gen steht die Vermittlung von krankheitsbezogenem Wissen und krankheitsbezogenen Kompetenzen im Mittelpunkt. Hierbei ist die enge fachliche Zusammenarbeit aller therapeutischen Berufsgruppen der medizinischen Rehabilitation gefragt. Bei Rehabilitanden mit besonderen beruflichen Problemla-gen können psychologische Stressbewältigungs-Gruppen oder andere arbeitsbezogene Gruppenange-bote das Gesamtspektrum der beruflich orientierten Therapieleistungen ergänzen. Über die Behand-lungsmaßnahmen hinaus können Psychologen und Psychotherapeuten in der medizinischen Rehabili-tation mit einer verhaltens- und fähigkeitsorientierten Befundung einen wichtigen Beitrag zur sozial-medizinischen Leistungsbeurteilung leisten.

Psychological interventions are an important aspect in medical rehabilitation of Federal German Pen-sion Fund. Their aim is – similar to other rehabilitation treatment aspects – to improve work ability over the long-term course and prevent disability. In rheumatologic illness, management of illness- and pain can be focused in psychological interventions. Chronic pain or long-term side effects of medical therapy are often coming along with reduced quality of life and reduced participation in general life. Furthermore, anxiety and depressive symptoms may occur. Identifying a clinically relevant mental disorder, and distinguish normal suffering from mental disor-der is important in somatic rehabilitation and needs specialists in mental health clinical diagnostic. Patient education is mostly done in groups, which focus on problem solving and illness management. Structured patient education programs should be done using all professionals from the rehabilitation team, e.g. physicians, psychologists, sport therapists, social workers or others in cooperation. In patients with additional vocational problems, stress management and work-directed conflict man-agement education may be done. Additionally, psychologists and psychotherapists´ expertise of be-havior observation and behavior description should be used for the medical work ability description in rehabilitation reports.

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Worringen, Ulrike / Muschalla, Beate: Empfehlungen für psychologische Interventionen in der rheumatologischen Rehabilitation. Stuttgart 2017. Thieme.

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