Sensorische Bewertung von Emissionen aus Konsumgütern und Bauprodukten mittels GC-Olfaktometrie, empfundener Intensität und Hedonik

Bartsch, Jennifer

Gerüche haben seit jeher eine enge Verbindung zu Attraktivitätsempfinden, Emotionen und Erinnerungen. Darüber hinaus können sie das Wohlbefinden in Innenräumen beeinflussen. Vor allem unangenehme oder produktuntypische Gerüche führen häufig zu Belästigungen und Besorgnis über mögliche negative gesundheitliche Auswirkungen. Um Geruchsursachen aufzuklären und unerwünschte Produktgerüche zu minimieren, wird die Analyse und Bewertung von Gerüchen zunehmend bedeutender. Im Rahmen dieser Arbeit wurden diverse kommerziell erhältliche beduftete und unbeduftete Konsumgüter und Bauprodukte auf Emissionen flüchtiger organischer Komponenten untersucht und sensorisch bewertet. Die Unterscheidung von geruchsaktiven und -inaktiven Substanzen erfolgte neben der TD-GC-MS mittels TD-GC-O. Auf Grundlage der durchgeführten Untersuchungen konnten Empfehlungen für die Anwendung und Eignung der GC-O in diesem Bereich gegeben werden. Mittels der Kombination aus GC-MS und GC-O wurden über 300 Geruchssubstanzen (durchschnittlich 34 Substanzen pro Produkt) bei 44 untersuchten Duftprodukten identifiziert, was die große Vielfalt verwendeter Duftstoffe verdeutlicht. Die sensorische Analyse eignete sich als Ergänzung der GC-MS Methode, um Geruchsverbindungen im Spurenbereich und ausgewählte Zielsubstanzen zu detektieren. Dies war zum Beispiel bei der Suche nach Allergenen von Bedeutung. Beide Verfahren wurden zudem verwendet, um die geruchsverursachenden Substanzen von Produkten mit einem Störgeruch zu charakterisieren. Einen wesentlichen Teil der Arbeit bildete die Kombination der GC-O und GC-MS mit der sensorischen Bauproduktbewertung nach DIN ISO 16000-28. Neben der Identifikation der Einzelverbindungen waren die hedonische Wirkung und die empfundene Intensität sowie der Aufbau eines Aceton-Vergleichsmaßstabes zum Probandentraining relevant. In diesem Zusammenhang wurden die Strömungsverhältnisse des Aceton/Luft-Gemisches im Bewertungstrichter simuliert, da Strömungsgeschwindigkeit und Trichtergeometrie wichtige Aspekte bei der Geruchsbewertung darstellen. Der Einfluss dieser Parameter wirkte sich sowohl auf die Beurteilung am Vergleichsmaßstab als auch auf die Ergebnisse der empfundenen Intensität und der hedonischen Wirkung der einzelnen Produkte aus. Die verwendeten sensorischen Verfahren (GC-O, empfundene Intensität und Hedonik) erwiesen sich in Kombination mit der TD-GC-MS Analytik als wertvolle Verfahren zur Geruchsaufklärung und -bewertung für Produktoptimierungsprozesse.

Odours have always been strongly linked to attractiveness, emotions and memories. Furthermore, they can influence the well-being in indoor environments. In particular, unpleasant or untypical product odours can often become an annoyance or lead to anxiety about negative health effects. The analysis and evaluation of odours is increasingly important for identifying odour sources and minimizing unwanted product odours. In this thesis, different commercially available scented and unscented consumer goods and building products were tested for their emissions of volatile organic compounds and odorous substances. The differentiation between odour-active and -inactive substances was done using TD-GC-MS analysis and by means of TD-GC-O. Based on the results of the investigations, recommendations for the utilization and applicability of the GC-O method in this field were given. With the combination of GC-MS and GC-O, it was possible to identify over 300 odour substances (34 odorants on average per product) in 44 investigated scented products. That shows the large diversity of substances used for scenting. The sensory method was found to be a suitable supplement to GC-MS analysis for detecting traces and selected odorous target compounds. This was, for example, relevant for the detection of allergens. Both methods were also used to characterize the odour-causing substances of products with an off-odour. A major part of this work was the combination of GC-O and GC-MS with the sensory assessment of building products according to DIN ISO 16000-28. In addition to the identification of single substances the evaluations of the hedonic tone, perceived intensity and the construction of the acetone comparative device for the panel training were of significance. In this regard, the air-flow of the acetone/air mixtures through the diffusors was simulated, because the flow velocity and the diffusor geometry are important factors for the odour evaluation. The influence of these parameters had an impact on the assessment using the comparative scale as well as on the results of the perceived intensity and hedonic tone of the individual products. The applied sensory methods (GC-O, perceived intensity and hedonic tone), in combination with TD-GC-MS, proved to be valuable methods for the identification of odorants and the odour evaluation in product optimization processes.

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Bartsch, Jennifer: Sensorische Bewertung von Emissionen aus Konsumgütern und Bauprodukten mittels GC-Olfaktometrie, empfundener Intensität und Hedonik. 2017.

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