Lehrinnovationen in den Ingenieurwissenschaften. Ein Modellversuch zur Verbesserung des Lehrens und Lernens

Preißler, Inske

In den ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen gibt es bislang kaum Beispiel grundständige Lehre am Kompetenzerwerb der Studierenden auszurichten, den shift from teaching to learning (vgl. Wildt 2003, S. 14) anzuwenden und aktivierende Methoden auf ingenieurwissenschaftliche Inhalte anzupassen. Die vorliegende Arbeit berichtet über ein Modellprojekt an der Technischen Universität Braunschweig stattfand. Im Rahmen des Modellprojektes wurde eine Veranstaltung im Maschinenbau am Institut für chemische und thermische Verfahrenstechnik umstrukturiert. Die Umstrukturierung hatte das Ziel, das Lehren und Lernen zu verbessern. Dazu wurde eine konsequente Studierendenzentrierung verfolgt und aktivierende Methoden eingesetzt, um den Kompetenzerwerb auf allen Ebenen zu ermöglichen. Die Veränderung in der Lehrveranstaltung betraf verschiedene Ebenen u.a.: * das Einbinden verschiedener kooperativer Lernmethoden, * die Verbesserung der Kommunikation und Interaktion zwischen Lehrperson und Studierenden, * die selbständige Erarbeitung von Inhalten für die und während der Präsenzzeit, * die Integration und Abstimmung der Übung in die Vorlesungszeit, * die Förderung der Motivation für die Inhalte und des Interesses der Studierenden für das Fach durch die konsequente Einbindung von (alltagsrelevanten) Kontexten, * die Förderung eines breiten Einsatzes von Lernstrategien, * das Erleben von Kompetenzzuwächsen, * Präsentationen und eine Projektarbeit. Die Wirkung aktivierender Methoden und der Studierendenzentrierung auf das Lernen wird in dieser Arbeit untersucht. Dazu wurde in einem Paralleldesign eine Veranstaltung in Form einer Vorlesung, eine weitere als kontextorientiertes aktivierendes Modul (Inverses Modul) von der gleichen Lehrperson angeboten. Begleitend zur Umstrukturierung fand eine Evaluation statt, die die Veränderungen bei den Studierenden prüfte. Die Studierenden, die das Inverse Modul besucht haben, waren erfolgreicher in der abschließenden Prüfung und bewerteten die Lehrveranstaltung in der Evaluation zum Ende des Semesters besser. Der Einsatz der Lernstrategien veränderte sich über das Semester hinweg in einigen Skalen bei beiden Probandengruppen. In wenigen Skalen wie beispielsweise in der Skala "Zusammenhänge/Elaborieren" veränderten sich nur die Werte der Studierenden des Inversen Moduls signifikant positiv. Lehrinnovationen in den Ingenieurwissenschaften, die auf die Studierenden-zentrierung und Aktivierung der Studierenden abzielen, bedürfen eines hohen Ressourceneinsatzes, können den Lernerfolg und die Bewertung der Lehre aber positiv befördern.

There have hardly been any examples of basic teaching in the engineering field with the aim of equipping students with new skills, by using the Ôshift from teaching to learningÕ (cf. Wildt 2003, p.14) and by integrating stimulating methods into the contents of the engineering course. This thesis refers to the pilot project, which took place at the Technical University of Braunschweig. As part of this project, a mechanical engineering course offered by the Institute for Chemical and Thermal Process Engineering was restructured. The aim of the restructuring was to improve the teaching and learning. It focused on students and involved the implementation of stimulating teaching methods, in order to gain skills on all levels. The changes made to the course impacted at different levels: * the integration of various cooperative learning methods, * the improvement of communication and interaction between the teacher and the students, * individual preparation of the contents before and during the course, * the integration and coordination of the exercises during the lecture, * boosting the studentsÕ motivation and interest in the content by including links to everyday situations, * promoting the use of a broad range of learning strategies, * the experience of gaining skills, * presentations and project work. The impact of stimulating teaching methods and student oriented teaching are examined in this piece of work. A course, in the form of a classic lecture, was offered parallel to an additional context-oriented stimulating module (Inverse Module) by the same educator. In addition to the accompanying evaluation, the experiences gained are also discussed. Along with the restructuring, an evaluation was conducted, to assess the changes in the students. The students that attended the Inverse Module were more successful in the final examination and gave the course a better rating in the evaluation at the end of the semester. The use of learning strategies changed some scales over the semester in both test-groups. In a few scales, for example the scale for ÒConnections/ElaboratingÓ, there was only a significant positive change in the students of the Inverse Module. Teaching innovations in the engineering field, that are extensively centered on students and are targeted to stimulate students, such as those presented here, require a large amount of resources, however, they can positively contribute to the learning success and the evaluation of the teaching.

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Preißler, Inske: Lehrinnovationen in den Ingenieurwissenschaften. Ein Modellversuch zur Verbesserung des Lehrens und Lernens.

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