SQUIDs für die Charakterisierung magnetischer Nanoteilchen

Guillaume, Alexander

In dieser Arbeit wurde das dynamische Verhalten von magnetischen Nanoteilchen (MNP) mit Magnetrelaxometrie (MRX) bei einer Temperatur von 77 K untersucht. Das Messprinzip basiert auf der Ausrichtung der magnetischen Momente der MNP in einem hinreichend großen Magnetfeld. Nach dem Abschalten des Magnetfeldes nimmt die Magnetisierung mit einer charakteristischen Zeitkonstante ab. Aus der Messung der Relaxation lassen sich unter anderem Rückschlüsse auf die Größenverteilung der MNP ziehen. Als Magnetfeldsensoren wurden in dieser Arbeit supraleitende Quanteninterferenzdetektoren (SQUID) basierend auf dem Hochtemperatursupraleiter Yttrium-Barium-Kupfer-Oxid (YBCO) verwendet. Für die Sensorherstellung wurde die Abscheidung der Supraleiter- und Isolatorschichten durch gepulste Laserablation (PLD) mittels statistischer Versuchsplanung optimiert. Auf Grundlage der abgeschiedenen Schichten wurden mit optischer Fotolithografie und Argonionen-Ätzen verschiedene Arten von direkt gekoppelten SQUID-Magnetometern hergestellt und charakterisiert. Das am Institut vorhandene MRX-Forschungssystem mit Fluxgates wurde angepasst, um MRX-Messungen mit den hergestellten direkt gekoppelten Magnetometern bei 77 K durchführen zu können. Nach einer Charakterisierung des Messsystems erfolgten MRX-Messungen, bei denen die Relaxation einer Menge von etwa 100 Milliarden MNP in einem Abstand von 5 mm zum Sensor detektiert werden konnte. Um die minimale detektierbare Menge zu verkleinern und die Sensoren unempfindlicher gegenüber Störfeldern zu machen, wurde ein neuartiger Typ SQUID entwickelt, hergestellt und charakterisiert. Bei diesem selbstkompensierenden SQUID konnte ein Kompensationsfaktor von bis zu 195 experimentell nachgewiesen werden. Anhand von mit Elektronenstrahllithografie direkt auf den Sensoren präparierten MNP-Proben konnte gezeigt werden, dass die Relaxation von 167 MNP detektierbar ist. Die Messgrenze des Systems wurde aus den Messungen zu 58 MNP abgeschätzt. Für die MRX-Messungen erfolgte eine Verifikation der MNP-Anzahl durch Finite-Elemente-Methode (FEM)-Simulationen.

In this work, the dynamic behavior of magnetic nanoparticles (MNP) was investigated by magnetorelaxometry (MRX) at a temperature of 77 K. MRX is based on the alignment of the moment of individual MNPs in parallel to a large enough magnetization field. After switching of the field, the magnetization decays with a characteristic time constant. The measurement of the relaxation can e.g. be used to calculate the size distribution of a given MNP sample. Superconducting quantum interference devices (SQUID) based on the high-Tc superconductor yttrium barium copper oxide (YBCO) were employed in this work as sensors for the magnetic field. The fabrication of the superconducting and isolating thin films was carried out by pulsed laser deposition (PLD) and optimized by methods of experimental design. Several types of directly coupled SQUIDs were fabricated from the thin films by optical lithography and argon ion etching. An existing MRX setup with fluxgates was modified to allow measurements with the directly coupled SQUIDs at 77 K. After the characterization of the system, MRX measurements were performed. The relaxation of an amount of approximately 100 billion MNPs was detected at a distance of 5 mm to the SQUID. In order to reduce the minimum detectable amount of MNPs and to minimize disturbances, a novel type of SQUID was developed, fabricated and characterized. A compensation factor of up to 195 was experimentally demonstrated with this self-compensating SQUID. MNP samples were prepared directly on the SQUID by electron beam lithography. Thereby, an amount of 167 MNPs could be detected. The limit for the measurement setup was evaluated as 58 MNPs. Finite element method (FEM) simulations were used to verify the MNP amount for the MRX measurements.

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Guillaume, Alexander: SQUIDs für die Charakterisierung magnetischer Nanoteilchen. 2015.

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