Kapitel 6 - Gesundheits-Apps und Diagnose und Therapie

Rutz, Maria; Kühn, Darja GND; Dierks, Marie-Luise GND

Die Nutzung von mobilen Anwendungen auf Smartphones und Tablet-Computern im Gesundheitswesen und damit in der Medizin hat stark zugenommen. Evidenznachweise für medizinische Apps gibt es nur wenige. Ihre Nutzen in Diagnostik und Therapie besteht darin, an jedem Ort und zu jeder Zeit ortsunabhängige beliebige Informationen zu erfassen, aufzurufen, zu visualisieren und damit auch Entscheidungen zu treffen. Apps zur Diagnostik werden vorwiegend von medizinischem Fachpersonal genutzt, Apps zur Therapie hingegen von ärztlichem Personal wie von Patientinnen und Patienten gleichermaßen verwendet. Therapien können durch den Einsatz von Apps weiter optimiert werden, etwa durch gewonnene Mobilität oder durch geringere Kosten. Apps im Bereich Selbstmanagement, wie das Führen von Patiententagebüchern oder Apps, die an die Einnahme von Medikamenten erinnern, sind sinnvoll. Ähnlich sind Apps zu bewerten, die zu gesundheitsbewussten Verhalten anregen, etwa Trainingspläne für körperliche Übungen oder Ernährungstagebücher für die gesunde Ernährung. Tragbare Geräte wie Uhren, Brillen, Arm- und Körperbänder stellen eine unauffällige Lösung zur Überwachung von Vitalfunktion dar. Wearables können Nutzerinnen und Nutzern durch zusätzliche Funktionen somit Unterstützung bei der Erhaltung oder Verbesserung der Gesundheit bieten, sind jedoch teils mit hohen Kosten verbunden. Ärztinnen und Ärzten bieten die mobilen Anwendungen insbesondere bei erkrankten Patientinnen und Patienten Möglichkeiten, aktuelle Informationen über die Vitaldaten oder die derzeitige Situation der Betroffenen zu erhalten. Für Patientinnen und Patienten ist es einfach komfortabel, unabhängig von Zeit und Ort mit dem Arzt kommunizieren zu können. Die Betrachtung der Grenzen von Apps zeigt auf, dass eine Reihe von Barrieren und Herausforderungen vor dem nutzbringenden Einsatz dieser Tools stehen. Grundsätzlich bieten Apps die Chance zur Partizipation und Patientenbeteiligung und unterstützen in verschiedenen Phasen der Versorgungsprozesse im Gesundheitswesen.

The use of mobile applications that are installed on smartphones and tablet computers has greatly increased in healthcare in general and thus also in medicine. However, scientific evidence with respect to the effectiveness of medical apps is still lacking. The possibility to diagnose and treat, in any place and at any time, to capture, access, visualize information and thus to come to decisions regardless of location, holds great promise, as do the rapid ways of transmitting medical data made possible by mobile technology. This is an essential aspect for modern aspects of telemedicine. Apps for diagnostics are primarily used by health care professionals, whereas apps with a therapeutic focus are used by both doctors and patients alike. Therapies can be further optimized by the use of apps, e.g. by providing mobility or through lower health care costs. Patient diaries or apps that instruct patients in the proper use of medication are helpful in patient self-management. So are apps that encourage health-conscious behavior, such as training plans for physical exercises or nutrition diaries for healthy eating. Portable devices such as watches, eyewear, and arm and body belts provide unobtrusive monitoring of vital function. Wearables equip users with additional functions that promote health. The downside lies in their high costs. Via mobile applications, doctors can receive and review up-to date information, e.g. vital signs or data about the patients' current situation. For patients, the added comfort of being able to communicate with their doctor regardless of time and place is a benefit. The evaluation of the limitations of apps shows that a number of barriers and challenges need to be overcome to take advantage of the beneficial aspects of these tools. In summary, apps offer the chance to involve patients actively in the management of their health and to support patients and doctors in various stages of the health care process.

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Rutz, Maria / Kühn, Darja / Dierks, Marie-Luise: Kapitel 6 - Gesundheits-Apps und Diagnose und Therapie. Braunschweig 2016. Peter L. Reichertz Institut für Medizinische Informatik der TU Braunschweig und der Medizinischen Hochschule Hannover.

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