Infrarote Galaxien

Elsässer, Hans GND

Die Astronomie hat in jüngster Zeit viel Neues über die Entstehung der Sterne gelernt. Wie und wo sich Sterne bilden, ist heute eine der Beobachtung zugängliche Thematik: Innerhalb unseres eigenen Milchstraßensystems sind jetzt eine ganze Reihe von Regionen identifiziert, in denen gegenwärtig Sterne in der Entstehung begriffen oder vor kurzem entstanden sind. Dies ist neuen, der modernen Technologie entwachsenen Meßmethoden zu verdanken, die der Astronomie das Infrarote und den daran anschließenden Bereich der kürzesten Radiowellen erschlossen haben. Die Geburt von Sternen beginnt im interstellaren Raum bei sehr tiefen Temperaturen, in Wolken aus molekularem Gas und kleinen Staubteilchen. Strahlung dieses frühen Stadiums kommt deshalb im Infraroten zum Vorschein. Und auch in etwas späteren Phasen des neuen Sterns macht sich dieser vorwiegend als infrarote Quelle bemerkbar, da er noch immer in einer kalten Staubhülle steckt, die seine Strahlung absorbiert und zu längeren Wellen umsetzt. Der Millimeterbereich dagegen ist für die Beobachtung der ausgedehnten Molekülwolken, der Brutstätten neuer Sterne, von Bedeutung. Herr Mezger hat in seinem Vortrag näheres dazu ausgeführt. Die Entdeckung von Galaxien mit stark überhöhter Strahlung im Infraroten weckte vor wenigen Jahren die Hoffnung, anhand dieser Objekte auch Einblick in die frühe Entwicklung der großen Sternsysteme, ähnlich dem Milchstraßensystem, zu erhalten; das hat sich jedoch bisher nur unvollkommen bestätigt. Dagegen kamen so bis dahin unbekannte Phänomene zutage, von denen jetzt zunächst die Rede sein soll.

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Elsässer, Hans: Infrarote Galaxien. Göttingen 1994. Goltze.

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