Möglichkeiten zur Heißentschwefelung von Kohlegas (Kurzfassung)

Schwerdtfeger, Klaus

Kohle ist als Energieträger oder Chemierohstoff nicht universell einsetzbar. Dies ist aber der Fall, wenn die Kohle vergast wird. Das entstehende Gas kann als Brenngas, als Energieträger im Kraftwerk, als Synthesegas für die chemische Industrie und als Reduktionsmittel in der Metallurgie benutzt werden. Störend wirkt sich bei allen Anwendungen der Schwefelgehalt des Gases aus. Bei einem Schwefelgehalt der Kohle von 1% beträgt die Schwefelwasserstoffkonzentration des Gases ca. 0.3 Vol.-%. Eine Entschwefelung des Gases ist mit naßchemischen Verfahren bei tiefen Temperaturen möglich. Wird aber das Gas unmittelbar nach seiner Erzeugung bei hoher Temperatur eingesetzt, so ist eine Heißentschwefelung zweckmäßig, da hierbei die durch Abkühlen und Wiederaufheizen entstehenden Energieverluste sowie die Abscheidung von Spaltungskohlenstoff (bei stark reduzierenden Gasen) vermieden werden. Besonders vorteilhaft ist eine Heißentschwefelung des Gases im kombinierten Gas-Dampfturbinenkraftwerk. Bild 1 zeigt das vereinfachte Schema eines solchen Kraftwerkes. Nach den derzeitigen Projektierungsvorschlägen wird das Gas naßchemisch entschwefelt. Es muß dazu nach dem Austritt aus dem Kohlevergaser in zwei Stufen abgekühlt werden (HT, NT). Das geschieht in einer komplizierten Anlage, die aus mehreren Wärmeaustauschern und weiteren Aggregaten besteht. In der Alternative würde dieses System durch eine einfachere Heißgasentschwefelung ersetzt, in der das Gas auf demselben Temperatur- und Druckniveau, mit dem es aus dem Kohlevergaser austritt, gereinigt würde. Zur Zeit gibt es keine praktikable Technologie für eine Heißentschwefelung.

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Schwerdtfeger, Klaus: Möglichkeiten zur Heißentschwefelung von Kohlegas (Kurzfassung).

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