Empathie im Kontext der Entwicklung pro- und antisozialen Verhaltens

Bock, Eva Maria

Ziel der vorliegenden Dissertation ist die Untersuchung der Rolle der Empathie im Kontext der Entwicklung pro- und antisozialen Verhaltens über verschiedene Altersgruppen hinweg und unter Berücksichtigung der Emotionsregulation als potentiellen vermittelnden Faktor. Zunächst wird anhand von Beobachtungs- und Befragungsdaten die Bedeutsamkeit elterlicher Empathie, emotionaler Expressivität und Erziehungsverhalten für das prosoziale Verhalten von Kindergartenkindern untersucht. Negative Effekte in Bezug auf permissives Erziehungsverhalten sowie negative Expressivität sowie ein geringer Zusammenhang zwischen elterlicher Empathie und kindlichem Verhalten bieten Implikationen für weitere Forschung sowie Anknüpfungspunkte zur Emotionsregulation. In einer zweiten querschnittlichen Studie wird anhand der Selbstauskünfte einer altersheterogenen Normalbevölkerungsstichprobe der Zusammenhang zwischen affektiver und kognitiver Empathie einerseits und Gewalthandeln andererseits sowie eine potentielle vermittelnde Rolle der Emotionsregulation betrachtet. Empathie stellte einen protektiven Faktor, maladaptive Emotionsregulationsstrategien einen Risikofaktor für Gewalthandeln dar, beide wirkten unabhängig voneinander. In einer dritten Studie wird anhand von Interview- und Aktenangaben aus dem Längsschnittprojekt "Entwicklungsfolgen der Jugendstrafe" Empathie als Prädiktor der Rückfälligkeit bzw. Gewaltrückfälligkeit junger Erstinhaftierter über einen Zeitraum von fünf Jahren untersucht. Die Ergebnisse stützen die Annahme eines negativen Zusammenhangs zwischen Empathie und Rückfälligkeit und bestätigen die kognitive, nicht jedoch die affektive Empathie als negativen Prädiktor der Rückfälligkeit. Es ergaben sich keine Effekte in Bezug auf Gewaltrückfälligkeit. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Prädiktoren für Delinquenz und Prädiktoren für Rückfälligkeit nicht identisch sein müssen. Eine übergreifende Diskussion führt die Einzelergebnisse zusammen.

This dissertation aims to study the role of empathy in the context of pro- and antisocial behavior in different age groups from kindergarten to adulthood and highlights the importance of emotion regulation. First observational and self-report data are used to examine the predictive value of parents' characteristics (empathy, emotional expressivity and their parenting style) for the prosocial behavior of their children. Results showed that permissive parentings as well as high negative emotional expressivity were negative predictors of prosocial behavior. Implications for further research and linkages to the concept of emotion regulation are discussed. The second cross-sectional study aims to study the relationship between empathy, emotion regulation and violent behavior within a community sample. Analyses indicated empathy as a protective, maladaptive emotion regulation as a risk factor for violent behavior. Both factors contribute independently to the prediction of violence. The third study focuses on the predictive value of empathy for general and violent recidivism over a five year period within a large sample of young adult offenders released from their first prison sentence. The results support the notion of a negative relationship between empathy and recidivism. Cognitive empathy contributed significantly to the prediction of general recidivism, whereas affective empathy did not. Neither cognitive nor affective empathy predicted violent offending. The results point out that predictors of delinquency and predictors of recidivism are not necessarily equivalent. The general discussion integrated findings from the three studies.

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Bock, Eva Maria: Empathie im Kontext der Entwicklung pro- und antisozialen Verhaltens. 2013.

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