Sicherheitsschichten im Eisenbahnsystem

Schwartz, Stefanie GND

Bei der Entwicklung und Änderung von Eisenbahnsystemen ist die Sicherheit ein elementarer Aspekt. Neue Systeme müssen in Deutschland den anerkannten Regeln der Technik entsprechen oder mindestens die gleiche Sicherheit aufweisen. Durch die neue europäische Gesetzgebung kann die ausreichende Sicherheit eines Systems auch durch den Vergleich mit einem Referenzsystem bestimmt werden. Die Frage nach der ausreichenden Sicherheit von neuen oder geänderten Eisenbahnsystemen wird demnach durch einen Vergleich beantwortet. Für diesen Vergleich müssen die sicherheitsrelevanten Teile des Systems identifiziert werden. Die Unterscheidung zwischen sicherheitsrelevanten und nicht-sicherheitsrelevanten Systemelementen und Regeln fällt jedoch vielen Fachleuten schwer. Ein Grund ist die in der Regel für die Sicherheitsanalyse ungeeignete Darstellung von Systemdokumentation und Regelwerken. Sie erschwert die Analyse, die Bewertung, Begutachtung und Zulassung des Systems. Ziel ist es, den an der Sicherheitsanalyse und -bewertung beteiligten Fachleuten ein Hilfsmittel zur Verfügung zu stellen, das diesen Vergleich erleichtert. Dazu wird der neue Begriff Sicherheitsschicht eingeführt und klar definiert. Die Sicherheitsschichten eines Systems bilden die Elemente für einen Vergleich der Sicherheit zweier Systeme. Um die systematische Identifikation von Sicherheitsschichten in einem Eisenbahnsystem zu ermöglichen, wird eine neue Methode entwickelt: die Methode zur Identifikation von Sicherheitsschichten in Eisenbahnsystemen (ISES-Methode). Diese Methode ist so gestaltet, dass sie sich in den bestehenden Ablauf bei der Sicherheitsanalyse und -nachweisführung einfügt. Die Anwendung der ISES-Methode und der Nutzen der Identifikation von Sicherheitsschichten werden am Beispiel eines Bahnübergangs demonstriert. Durch eine weiterführende Betrachtung der Schnittstelle zwischen den Ergebnissen der ISES-Methode und Unfallanalysen wird der Kreis der Sicherheitsbetrachtung geschlossen.

When developing or changing railway systems safety is a fundamental aspect. In Germany, new systems have to be built according to codes of practice. If they are not, they must have at least the same safety. The new European legislation also allows determining the adequate level of safety of a system by performing a similarity analysis with a reference system. Thus, the question about the adequate level of safety of new or changed systems is answered by a comparison. For this comparison the safety-related parts of the system have to be identified. However, many analysts have difficulties in distinguishing safety-related from non-safety-related system elements and rules. A reason for this is the presentation of system description and rules that is generally inappropriate for safety analysis. It makes the analysis, evaluation, assessment and approval of the system difficult.The objective is to provide the professionals involved in safety analysis and evaluation with a tool that facilitates this comparison. For this purpose, the new term safety layer is introduced and clearly defined. The system’s safety layers are the elements for a comparison of the safety of two systems. A new method is developed to facilitate a systematic identification of safety layers of a railway system: the ISES method. This new method is designed in such a way that it integrates into the process of analysing and demonstrating system safety.The application of the ISES method and the advantage of identifying safety layers are demonstrated using a level crossing example. By looking at the interface between the results of the ISES method and accident analyses the circle of safety analysis is closed.

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Schwartz, Stefanie: Sicherheitsschichten im Eisenbahnsystem. 2012.

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