Israel Jacobson und das Reformjudentum

Kühne, Gunther

Am 17. Juli 2010 jährte sich zum 200. Mal der Tag der Einweihung der Synagoge in Seesen. Dieses Ereignis ist in zweifacher Weise mit der Geschichte Braunschweigs verbunden: zum einen unter dem Gesichtspunkt der historischen Zugehörigkeit Seesen zum Herzogtum Braunschweig, zum anderen über die Person Israel Jacobson, des Initiators der seinerzeitigen Synagogenerrichtung, der selbst über längere Zeit in Braunschweig gewirkt hat. Für sich genommen ist das Jubiläum einer Synagogenerrichtung in einer Kleinstadt wie Seesen kein Grund für besondere öffentliche Aufmerksamkeit jedenfalls über die jeweiligen kommunalen Grenzen hinaus. Im Falle der Synagogeneinweihung in Seesen ist dies jedoch anders. Das Ereignis hat denn auch überregionale, ja weltweite Aufmerksamkeit gefunden. Mit dieser Synagogeneinweihung muß es also etwas Besonderes auf sich haben. In der Tat wird sie gemeinhin als Ausgangspunkt der jüdischen Reformbewegung, mithin des sog. Reformjudentums, betrachtet. In dieser Epoche der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert begann für die jüdische Gemeinschaft eine Entwicklung hin zur Pluralisierung – eine Pluralisierung, deren Sichtbarkeit für den deutschen Betrachter allerdings durch das für alle jüdischen Menschen gleiche entsetzliche Verfolgungsschicksal in der Zeit zwischen 1933 und 1945 überdeckt worden ist.

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Kühne, Gunther: Israel Jacobson und das Reformjudentum.

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