Zur Tektogenese der Schmalsättel im Subherzynen Becken

Hark, Hans Ulrich

In einer kurzen Stellungnahme wird auf die sehr anregende kürzlich von H. J. Martini gegebene Deutung Bezug genommen, daß u. a. auch die Schmalsättel des Subherzynen Beckens reine durch Salzauftrieb entstandene Beulen sein sollen. Nach grundsätzlicher Bejahung des auch hier vorhandenen Schollengebirges wird jedoch darauf hingewiesen, daß hier der vorhandene Bauplan und die Geländebeobachtungen mehr für eine tangentiale Aufpressung als für eine rein vertikale Aufbeulung der Schmalstrukturen sprechen. Auftretende Zerrungsformen sind räumlich auf die Salzausstriche beschränkt oder wurden erst durch spätere atektonische Salzbewegungen hervorgerufen. So versucht Verfasser, die Schmalsättel im nördlichen Harzvorland durch gegenseitige randliche Schollenaufpressung zu erklären, wie es u. a. das Beispiel der Nordharzrandstörung zeigt. Zu diesen randlichen Aufkippungen war zwar die gleitend wirkende Unterlage des Salinars Voraussetzung, das Salz war jedoch nicht die Ursache und der Motor der Aufbiegung. Besonders der ± bikonkave Sattelbau der Schmalstrukturen spricht für randliche Schollenaufpressungen, vertikale Aufbeulungen müßten mehr konvexe Oberflächenformen ergeben. Die im Deckgebirge raumverändernd wirkenden Pressungs- und Zerrungsstrukturen sind an Auf- und Abschiebungen des Präsalinars gebunden. Der subsalinare Aufbau dürfte durch gegeneinander verstellte Keilschollen diese Raumverengungen und -erweiterungen hervorrufen. An Hand eines schematischen Profils durch das Subherzyne Becken wird die gegebene tektogenetische Deutung näher erläutert.

H.J. Martini briefly points out that, amongst other things, the anticlines of the Subherzynian Basin are said to have arisen through an upward thrust of salt. Although he definitely believes that the mountains that we find here are of block character, it should be remembered that, according to our present knowledge, and by means of observations, it seems to speak more for a tangential upthrust than for a vertical arching of this narrow structure. The presence of tearfaults its confined only to areas where salt comes to the surface and arose only through later atectonic salt movements. Therefore, the author seeks to prove that the anticlines in the northern Harz foreland were formed through marginal pressure as for example in the fault at the northern perimeter of the Harz. For this marginal uptilting salt slipping was necessary. However, the salt was neither the cause nor the impulse of this arching. Especially the ± biconcave narrow anticline structure seems to speak for this block upthrust. Vertical archings would have resulted more in convex shapes. The pressure and tearing effect in the structures causing a shift in the overlying strata are connected with the anticlinal and synclinal movement of the pre-Permian layers. The pre-Permian structure brings about contraction and expansion by means of wedgeshapes blocks pressing against each other. By rough cross-section through the Subherzynian Basin, more meaning is given to the above tectogenetic explanation.

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Hark, Hans: Zur Tektogenese der Schmalsättel im Subherzynen Becken. Braunschweig 1956. Vieweg.

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