Secale cornutum, Mutterkorn als Krankheitsursache im 18. und 19. Jahrhundert am Beispiel des Herzogtums Braunschweig-Wolfenbüttel.

Meyer, Christina

Diese Arbeit beschäftigt sich mit einem Stoff (Mutterkorn), einem Krankheitsbild (Kriebelkrankheit) und den durch beide hervorgerufenen Maßnahmen in Medizin, Verwaltung und Landwirtschaft im 18. und 19. Jahrhundert. Die durch Mutterkorn ausgelöste Kriebelkrankheit oder – moderner ausgedrückt – der Ergotismus trat in Europa seit dem Mittelalter epidemieartig auf. Anhand eines kleineren Ausschnitts aus dem Krankheitsspektrum des 18. und 19. Jahrhunderts wurde der institutionelle, wissenschaftliche und persönliche Umgang mit einer bestimmten Noxe und dem durch sie ausgelösten Krankheitsbild untersucht. Dabei wurde hauptsächlich das Herzogtum Braunschweig-Wolfenbüttel fokussiert, da die Landwirtschaft – vor allem der Getreideanbau – in diesem Territorium den größten Wirtschaftszweig im 18. und 19. Jahrhundert ausmachte und die Kriebelkrankheit in dieser Zeit ähnlich wie in weiten Teilen Norddeutschlands wütete. Das Quellenmaterial dieser Arbeit lässt sich in drei Gruppen aufgliedern: Zum einen regierungsamtliche Dokumente, vor allem Rundschreiben und Verordnungen, zum zweiten Dokumente aus der Tätigkeit von Collegium medicum und Physici und zum dritten wissenschaftliche Literatur, die sich mit dem Ergotismus in Hinblick auf Ursachen, Symptomatik, Therapie und die Hauptnoxe, das Mutterkorn, auseinandersetzt. Während das Hauptaugenmerk auf dem Herzogtum Braunschweig-Wolfenbüttel liegt, wurden zum Vergleich auch Verwaltungs- und Physikatsdokumente aus dem Königreich Hannover, dem Herzogtum Oldenburg und dem Herzogtum Schleswig herangezogen. Abschließend wird ein summarischer Überblick über die Mutterkorn-Forschung vom 19. bis zum Ende des 20. Jahrhunderts gegeben.

This work deals with a substance (ergot), a disease (Kriebelkrankheit) and their evoked measures in medicine, administration and agriculture in the 18th and 19th century. The ergot-triggered Kriebelkrankheit or – in modern words – the ergotism appeared epidemically in Europe since the Middle Ages. Based on a smaller extract from the disease spectrum of the 18th and 19th century the institutional, scientific and personal handling with a certain noxa and its caused disease was examined. Thereby the duchy of Brunswick-Wolfenbüttel was mainly focused because agriculture – especially the cultivation of grain – was the largest economic sector in this territory in the 18th and 19th century and the Kriebelkrankheit (ergotism) raged in this time as in large parts of Northern Germany. The source material of this work can be divided in three groups: First governmental documents, especially circulars and regulations, second documents from the activities of the Collegium medicum and the physicians, and third scientific literature which deals with the ergotism regarding causes, symptoms, therapy and the main noxa, the ergot. While the focus is on the duchy of Brunswick-Wolfenbüttel, for comparison administrative and medical documents from the Kingdom of Hanover, the duchy of Oldenburg and the duchy of Schleswig are also used. Finally a summary overview of the ergot research of the 19th up to the end of the 20th century is given.

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Meyer, Christina: Secale cornutum, Mutterkorn als Krankheitsursache im 18. und 19. Jahrhundert am Beispiel des Herzogtums Braunschweig-Wolfenbüttel.. 2010.

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