Ambrosia artemisiifolia L. (Beifuß-Ambrosie) in Deutschland Biologie der Art, Konkurrenzverhalten und Monitoring

Nitzsche, Jens

Im Rahmen dieser Arbeit wurde die Biologie der Art, besonders ihre Populationsdynamik und Konkurrenzkraft untersucht. Außerdem wurde durch die Anwendung des INVASS-Modells das Potential der Ambrosie zur selbstständigen Besiedlung neuer Wuchsorte abgeschätzt. Die Experimente zur Biologie ergaben, dass Ambrosia über eine große Amplitude in Bezug auf die Keimungsparameter und Stressverträglichkeit verfügt. Diese Fähigkeiten deuten auf ein hohes Anpassungsvermögen der Art hin. Dafür spricht außerdem ihr Vermögen, an den unterschiedlichsten Wuchsorten unter den verschiedensten Bedingungen erfolgreich zu wachsen. Die besten Wuchsleistungen zeigt die Art aber, unabhängig vom Boden, vor allem bei einer langen, warmen Vegetationsperiode mit durchgehend guter Wasserversorgung. Die Adaptionsmöglichkeiten könnten zwar den ihr oft nachgesagten invasiven Charakter bedingen, aber es spricht ebenfalls eine Reihe von Faktoren dagegen. Dazu gehört besonders die schlechte Etablierungsfähigkeit von Ambrosia. Grund dafür ist ihre geringe Konkurrenzkraft im Jugendstadium. In frühen Sukzessionsstadien ist sie aber durchaus fähig, größere Flächen dominant zu besiedeln und dadurch bei niedrigen Kulturpflanzen zu erheblichen Ertragseinbußen zu führen. Daher wird der Pflanze oft nachgesagt, dass sie sogar andere Arten vollständig verdrängen könne. Dafür gibt es bisher aber keine Belege. Sie ist vielmehr eine gesellschaftsopportune Pflanze, die offene Störstellen ausnutzt. Ambrosia ist entsprechend auch nicht der Verursacher der Veränderung einer Pflanzengesellschaft, sondern vielmehr der Indikator dieser Änderung. Es muss festgestellt werden, dass Ambrosia zwar z. B. im Raum Cottbus über einen recht langen Zeitraum überdauern kann, dort aber keine konkreten Ausbreitungstendenzen aufweist. Daher muss man nach heutigem Wissensstand davon ausgehen, dass Ambrosia artemisiifolia in Deutschland nicht als invasiv eingestuft werden kann, wie es auch die Anwendung des INVASS-Modells ergab.

This work covers the analysis of the biology of Ambrosia artemisiifolia L. and especially its population dynamics and potential for competition. Also the potential of ragweed to autonomously colonize new growing sites was evaluated, using the INVASS-model. The experiments concerning the biology resulted in Ambrosia having a high amplitude in germination parameters and stress tolerance. These abilities indicate a high adaptive capability of the species. This is also supported by its capability to successfully grow on diverse growing sites under numerous conditions. The best growing performance, independent of soil, is achieved during a long warm vegetation period and an abundant water supply. The adaptive abilities can account for its often mentioned invasive character, but there are also a number of factors speaking against it. Among these especially the insufficient capability for establishment of Ambrosia has to be mentioned. Reason for this is the low competitive ability during the juvenile phase. But in early stages of old-field succession the plant is quite able to colonize large areas dominantly and thus having a high negative impact on the yield of low height crop plants. Therefore the specie is often said to be able to completely displace other species. But there is no evidence for this behaviour so far. It is rather a plant community opportune species that takes advantage of open disturbance sites. Therefore Ambrosia is no the cause of change in plant communities but the indicator of this change. It has to be noticed that Ambrosia is, for example in the area of the city of Cottbus, able to persist for a quite long period of time, but that it does not show any concrete signs of spreading throughout the countryside. According to the present knowledge therefore Ambrosia artemisiifolia cannot be classified as an invasive species in Germany, which is consistent with the result of the evaluation using the INVASS-model.

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Nitzsche, Jens: Ambrosia artemisiifolia L. (Beifuß-Ambrosie) in Deutschland Biologie der Art, Konkurrenzverhalten und Monitoring. 2010.

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