Zur Wirkung ausgewählter Fahrerinformationssysteme auf die Verkehrssicherheit

Heinig, Karsten

Zur Verbesserung der Verkehrssicherheit werden seit einigen Jahren Systeme entwickelt und untersucht, die den Fahrer über die aktuell zulässige Höchstgeschwindigkeit informieren und bei ihrer Überschreitung warnen. Diese Systeme sind unter dem Namen Intelligent Speed Adaptation (ISA) bekannt. Zur Wirkung dieser Systeme liegen Veröffentlichungen aus dem Europäischen und Außereuropäischen Ausland vor, eine entsprechende Analyse mit deutschen Fahrern auf deutschen Straßen lag bislang jedoch nicht vor. Die vorliegende Arbeit holt dies nach, in dem zunächst die „Speed Limit Warning“ (SLW) entwickelt und die Implementierung in ein Versuchsfahrzeug integriert wurde. Zur Vermeidung von Unfällen, die an Unfallhäufungsstellen geschehen, wurde zweites, „Hot Spot Warning“ genanntes System entwickelt, das den Fahrer fahrsituationsabhängig an entsprechenden Stellen im Straßennetz warnt. Die Analyse der Wirkungen erfolgte durch Testfahrten in einem Mit-Ohne-Vergleich mit 64 Testpersonen, die eine festgelegte Teststrecke auf öffentlichen Straßen im normalen Straßenverkehr befuhren. Die untersuchten Systeme führten bezogen auf die gesamt Testfahrt zu einer signifikanten mittleren Reduktion der Geschwindigkeit von 3,07 km/h, sowie zu einer signifkant geringeren Anzahl und kürzeren Dauer bußgeldrelevanter Geschwindigkeitsüberschreitungen. Signifikante negative Einflüsse der SLW auf die kognitive Arbeitsbelastung der Probanden oder die visuelle Ablenkung konnten nicht festgestellt werden. Bezogen auf die einzelnen Streckenabschnitte wurden mittlere Geschwindigkeitsreduktionen zwischen 1,93 km/h und 5,14 km/h ermittelt. Bezogen auf das einzelne Fahrzeug können so zwischen 6% und 16% aller polizeilich registrierten Unfälle vermieden werden, bezogen auf tödliche Unfälle sogar zwischen 12% und 29% Unfälle. Reduziert sich die mittlere Geschwindigkeit des Fahrzeugkollektivs um die ermittelten Werte, können zwischen 9% und 29% der Unfälle mit Personenschaden vermieden werden.

Driver support systems are currently developed and analysed to inform drivers in their vehicles about the speed limit and to warn them in case they are exceeding the speed limits. These systems are known as "Intelligent Speed Adaptation - ISA". Studies investigating the impact of those systems have been conducted in most motorised countries in Europa, Australia and America, but such studies have never been undertaken in one of the countries with the strongest vehicle industry in Europe - Germany. Therefore, up to now, it was unclear how German drivers would react to ISA like systems, since they are used to unrestricted speed limits on Autobahnen and a rather high speed limit on rural roads. The study at hand describes the development and implementation of an ISA like system, its integration into a test vehicle and the experiments on German public roads and their results. A second application, the "Hot Spot Warning", provides warnings to drivers at accident prone locations. To investigate the impacts of both systems on driver behavior and traffic safety, a between subjects design with 64 subjects has been selected to ensure statistically sound results. Overall, the applications led to a significant reduction of mean speed between experimental and control group of about 3,07 km/h, as well as to a significant reduction of quantity and duration of severe speed limit violations. Compared to other studies, usefulness and satisfaction, as recorded by the van der Laan Scale, was very high, too. No significant impacts on workload and visual distraction of the drivers have been found. With respect to road characteristics, differences in mean speed between 1,93 km/h and 5,14 km/h have been recorded. These reductions can be translated into potential changes of accidents. Considering a single vehicle, between 9% and 16% of all police recorded accidents can be avoided. Taking only accidents with fatalities into account even 9% to 29% of those accidents can be prevented.

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Heinig, Karsten: Zur Wirkung ausgewählter Fahrerinformationssysteme auf die Verkehrssicherheit. 2009.

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