Mulchsaatverfahren zur Reduzierung des Blattlausbefalls und ihr Einfluss auf das Mikroklima in ackerbaulichen Kulturen

Eggers, Christa

Blattläuse gehören zu den bedeutendsten Schädlingen in der Landwirtschaft der gemäßigten Klimazonen, vor allem als Überträger von Pflanzenviren. Es fehlen integrierte Verfahren, mit denen Aphiden unter der Schadensschwelle gehalten werden können. Sie wären umso wichtiger in Kulturen mit fehlender Zulassung von Pflanzenschutzmitteln. Außerdem bereitet die zunehmende Resistenz der Blattläuse gegen Pestizide Probleme. Zwischen 1997 und 2000 wurden in der Umgebung von Braunschweig (Norddeutschland) im Sommer und Herbst zahlreiche Freilandexperimente in Ackerbohne (Vicia faba), Lupine (Lupinus luteus) und Winterraps (Brassica napus) durchgeführt, um den Einfluss von Mulchsaat auf die Blattlausbesiedlung, die Blattlausantagonisten und das Mikroklima im Pflanzenbestand zu untersuchen. Dabei wurden 3 Varianten gegeneinander getestet: ein Direktsaatverfahren in eine abgefrorene Zwischenfrucht (Senf; Sinapis alba) und die Ausbringung einer dünnen Strohauflage nach der Aussaat gegenüber einer konventionellen Bodenbearbeitung mit Herbstfurche. In den mit Strohmulch bedeckten Parzellen war vor allem die Zahl geflügelter Blattläuse gegenüber konventioneller Bodenbearbeitung verringert. Die Ursache schien eine Beeinflussung des Siedlungsverhaltens durch einen optischen Effekt des Strohs zu sein. Auch die Variante mit Zwischenfrucht führte zu einer deutlichen Verringerung der Blattlauszahlen durch Förderung der Nutzarthropoden. Die Pflanzen der Mulchsaatvariante waren größer und erzielten einen höheren Ertrag. Der Ertragsverlust durch Virusinfektion mit BLRV und BYMV und die Infektion mit TuYV war in gemulchten Parzellen geringer als in ungemulchten. Mulchen mit Stroh zeigte auch einen temperaturausgleichenden und Feuchtigkeit konservierenden mikroklimatischen Effekt, während das Anbauverfahren mit Senf nur bei kühlen Wetterbedingungen eine ausgleichende Wirkung zeigte und ansonsten ein extremeres Temperatur- und Feuchtigkeitsregime als die konventionelle Variante aufwies.

Aphids are very important pest organisms. Especially the transfer of viral diseases is of great importance to many crops. Therefore it is necessary to find alternative methods of control especially for ecologically sustainable farming and for crops without approved pesticides. Furthermore, the increasing levels of resistance of many aphid species against pesticides has become a growing problem. During 1997 and 2000 several field experiments near Braunschweig (northern Germany) in broad bean (Vicia faba), lupin (Lupinus luteus) and oil seed rape (Brassica napus) were carried out to analyze the influence of mulching on aphid population in summer and autumn. Additionally, the virus infection with BLRV and BYMV in broad bean as well as TuYV in oil seed rape were analysed. Plots with cereal straw mulch or with direct drilling into mustard (Sinapis alba) as a catch crop were compared with unmulched plots. In straw mulched plots especially the numbers of alate aphids were reduced. The reason seems to be an altered settling behaviour perhaps due to an optical effect. Mulching with a catch crop also reduced aphid numbers. The effect is attributed to large numbers of beneficial arthropods in this tillage system. The plants in mulched plots grow bigger and the yield was higher. The loss of yield due to virus infection with BLRV and BYMV and the infection with TuYV were smaller in mulched plots especially when comparing straw mulched plots to unmulched plots. Mulching also had a climatic effect. Straw mulch showed a compensatory effect on temperature and preserved the humidity, this could be especially shown at high temperatures and low air humidity. The tillage system with mustard showed only under cool weather conditions roughly the same compensatory effect on climate as the plots with straw mulch. But in most cases the temperature and humidity regimes were even worse than in the conventional tillage system.

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Eggers, Christa: Mulchsaatverfahren zur Reduzierung des Blattlausbefalls und ihr Einfluss auf das Mikroklima in ackerbaulichen Kulturen. 2008.

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