Der barocke Claustro von Lima - Proportion und Gliederung barocker Architektur im Vizekönigreich Perú, 1570 - 1815 am Beispiel des klösterlichen Arkadenhofes in der Stadt Lima, Perú

Rohr, David Christian

Der VERTRAG VON TORDESILLAS (1494) legte fest, daß Spaniens Eroberungen in Übersee nur zum Zweck der Heidenmission zulässig waren. Diese Aufgabe wurde Mönchsorden übertragen. Abgaben an die Orden ermöglichten ein prächtiges christliches Bauwesen in PERU und dessen Hauptstadt LIMA. Der CLAUSTRO ist das wichtigste Element des Klosters in Peru. Sein Grundriß ist eine Weiterentwicklung des mittelalterlichen Kreuzgangs; die Arkatur läßt geht auf römische Vorbilder zurück, die in aus den Renaissance-Traktaten bekannt waren. Die frühsten Claustros in Peru (ab 1570) imitieren Aufrisse toskanischer Ordnung in Serlios 4. Buch. Die mangelhafte Eignung europäischer Steinarchitektur für Peru wurde durch das Erdbeben von 1609 deutlich. Auch die schlichten Aufrisse genügten nicht mehr den gewachsenen Ansprüchen der reichen Orden. Daher wurden ab 1620 etliche Claustros durch Neubauten ersetzt. Diese griffen Serlios Entwürfe ionischer Ordnung auf. Die Mönchsorden entwickelten spezifische Schemata (jesuitisch, augustinisch und franziskanisch). Im COLEGIO DE SANTO TOMÁS (ab 1645) wurde ein einheitlicher Entwurf für ein ganzes Kloster entwickelt. Der runde CLAUSTRO MAYOR ist wegen neuartiger Gliederung der wichtigste Bau im Perú des 17. Jhd. Nach den Erdbeben um 1687 wurde Stein durch hölzerne Säulen – Gebälk – Stellungen ersetzt, denen Rundbögen vorgeblendet wurden. Im 18. Jahrhundert wurde die konstruktive Freiheit des Holzbaus für Formen genutzt, die in Ziegel nicht herstellbar gewesen wären: Dreipass, geschweifte Bögen und dünne, hölzerne Säulen. Nur in den CLAUSTROS MAYORES wurde die Rundbogenstruktur der Steinarchitektur beibehalten. Die Entwicklung erreichten um 1746 mit den Obergeschossen von SAN FRANCISCO und LA MERCÉD einen Höhepunkt. Hier wurden augustinisches und franziskanisches Schema in einem Aufriß verschmolzen. Nach dem Erdbeben von 1746 wurde der Rundbogen durch Säulen – Gebälk Stellungen ersetzt. Die Entwicklung wurde durch die Unabhängigkeit Perús 1823 abrupt beendet.

The TREATY OF TORDESILLAS (1494) established that the ocupation of colonies in America was only legal for the purpose of christian mission amongst native people. This task was transferred to religious orders. Enormous financial contribiutions to the orders allowed them to produce a splendid religious architecture in the viceroyalty of PERU and its capital LIMA. The predominant element of peruvian monasteries is the cloister. It's floor plan derives from mediveal cloisters, while it's arcades are developed from roman patterns as described in renaissance treaties. The earliest peruvian cloisters are imitations of tuscan facades in Serlios fourth book. The deficiencies of stone architecture where revealed by the 1609 earthquake. Design structure was also outdated and inadecuate for the rich religious orders. Around 1620, several cloisters were demolished and reconstructed from their foundation. The new facades interpreted Serlios ionic facades. The orders developed specific design schemes (jesuit, augustinian, franciscan). In the COLEGIO DE SANTO TOMÁS (started in 1645), a global design was applied to all elements in an entire monastery. Due to his new structural elements, the circular CLAUSTRO MAYOR is the most important design in Peru during 17th century. After the 1687 earthquake, stone elements where replaced by wooden structures which still maintained stone appearance. In 18th century, the wooden structures where used to procuce new arcade formes impossible to achive in stone, e.g. three-fold and cambered arches. Only the CLAUSTROS MAYORES maintained their stone–like appearance. The climax of the developement was reached around 1746 with the upper galeries of SAN FRANCISCO and LA MERCÉD. Here the systems of augustinian and franciscan order were merged into a new, complex scheme. After 1746 earthquake, the arch was subsequently replaced by beam – based structures. The developement was terminated apruptly with the peruvian independence in 1823.

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Rohr, David Christian: Der barocke Claustro von Lima - Proportion und Gliederung barocker Architektur im Vizekönigreich Perú, 1570 - 1815 am Beispiel des klösterlichen Arkadenhofes in der Stadt Lima, Perú. 2008.

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