Überholverhalten auf 2+1-Strecken – Ein Beitrag zur Gestaltung von dreistreifigen Landstraßen

Irzik, Marco

Im Rahmen der vorliegenden Arbeit konnte ein praxisorientiertes Verfahren zur Ermittlung der optimalen Länge eines Überholabschnitts im Zuge von 2+1-Strecken erarbeitet werden. Die besondere Problematik bestand dabei in der Lösung eines Zielkonflikts: Zum einem soll ein Überholabschnitt so bemessen sein, dass möglichst alle in den zweistreifigen Abschnitt einfahrenden Pulks an dessen Ende aufgelöst sind. Zum anderen darf der Überholabschnitt jedoch auch nicht zu lang sein, da sich dies unmittelbar auf die Länge des einstreifigen Abschnitts der Gegenrichtung und somit auf die Pulkbildung auswirkt. Entlang der 15 ausgewählten Untersuchungsabschnitte wurden mehrere Kameras in Reihe geschaltet, um so z.B. den Beginn und das Ende der Überholvorgänge bestimmen zu können. Das auf Basis der umfangreichen empirischen Untersuchungen entwickelte Verfahren setzt sich aus drei Bestandteilen zusammen: Zunächst kann in Abhängigkeit von der Verkehrsstärke und dem Anteil an nicht aufgelösten Pulks die im Hinblick auf die Pulkauflösung erforderliche Länge eines Überholabschnitts bestimmt werden. Um jedoch eine übermäßige Pulkbildung in der Gegenrichtung zu vermeiden, werden auch Empfehlungen hinsichtlich einer Obergrenze in Abhängigkeit von der Verkehrsstärke und dem Schwerverkehrsanteil gegeben. Sofern Zwangspunkte gegen die Einhaltung der optimalen Länge sprechen, enthält das Verfahren auch Empfehlungen im Hinblick auf eine aus Sicherheitsüberlegungen abgeleiteten Mindestlänge von Überholabschnitten. Diese Empfehlung basiert auf einem Zusammenhang zwischen dem Anteil der auf den letzten 200 m einscherenden Fahrzeuge an allen Überholenden und der Anzahl der Konflikte beim Einschervorgang. Schließlich enthält die vorgelegte Arbeit zusätzliche Hinweise zur Querschnittsgestaltung und Empfehlungen zur Knotenpunktart, die sich teilweise auf zurückliegenden Arbeiten gründen, jedoch auch im Rahmen der Dissertation auf der Grundlage vorhandener Untersuchungen erarbeitet wurden.

The aim of the dissertation was to determine an optimal length for two-lane sections within 2+1-routes in dependence on various parameters. The length should be dimensioned so that platoons driving into a two-lane section will be dissolved. On the other hand it should not be longer than necessary, because if a two-lane section in one direction is too long, the platoons in the one-lane section of the opposite direction – where passing is not allowed – will be getting more numerous and longer. In addition a minimal length of two-lane sections based on traffic safety criteria should be defined. In order to obtain the desired information, all 15 selected two-lane sections were monitored by several video cameras along the whole section. After evaluating the observations, the extensive available data was used to establish the relevant characteristic quantities of traffic flow and passing processes: A correlation between traffic volume and share of incomplete dissolving processes has been used in order to define the necessary length of a two-lane section. A maximum length – depending on traffic volume and share of heavy goods vehicles – is also suggested. This restriction shall prevent that the length of a two-lane section and with it the length of the one-lane section of the opposite direction will increase excessively. Otherwise negative effects on platooning must be expected. Finally a minimum length according to traffic safety is recommended for two-lane sections. This recommendation is based on the relation between the share of vehicles changing from the passing to the right lane on the last 200 m of a two-lane section related to the total number of all passing processes and the number of conflicts while changing from the passing to the right lane on the last 200 m of these sections. The overall result of the presented dissertation is a simplified method for determining the optimal length of two-lane sections.

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Irzik, Marco: Überholverhalten auf 2+1-Strecken – Ein Beitrag zur Gestaltung von dreistreifigen Landstraßen. 2008.

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