Ressourcenrealisierung und Therapieerfolg von alkoholabhängigen Patienten

Deppe-Schmitz, Uta

Untersucht wurde die Bedeutung der Ressourcenrealisierung als subjektives Maß für die aktuelle Bedürfnisbefriedigung von 548 Patienten in einer stationären Alkoholentwöhnungsbehandlung zu Therapiebeginn und Therapieende (nach 3 Monaten). Darüber hinaus wurde geprüft, ob sich die Ressourcenrealisierung als Prädiktor für längerfristigen Therapieerfolg (Abstinenz, Lebenszufriedenheit) ein Jahr nach Therapieende eignet. Die Ergebnisse zeigen, dass die alkoholabhängigen Patienten zu Therapiebeginn weniger Ressourcen realisieren als psychisch Gesunde. Im Therapieverlauf kann ein klinisch als auch statistisch bedeutsamer Ressourcenzuwachs festgestellt werden. Die Ressourcenrealisierung ist als weitgehend unabhängig von Patienteneingangsmerkmalen als auch klassischen Behandlungsmerkmalen zu sehen. Dagegen bestehen deutliche Zusammenhänge mit dem Ausmaß an psychischer Belastung, in dem Sinne, dass eine hohe Ressourcenrealisierung einhergeht mit einer geringen Depressivität und einer geringenpsychopathologischen Belastung. Eine hohe Ressourcenrealisierung zu Therapiebeginn begünstigt eine Reduktion an psychischer Belastung in der Therapie. Es zeigt sich schließlich, dass bereits die Ressourcenrealisierung zu Therapiebeginn, aber auch zu Therapieende prognostisch günstig ist für die Abstinenz und die Lebenszufriedenheit im ersten Jahr nach Therapieende. Der Vergleich der alkoholabhängigen mit einer psychosomatischen Patientengruppe einer parallel angelegten Studie von Deubner-Böhme (2008) ergibt, dass die Alkoholabhängigen bereits zu Therapiebeginn deutlich mehr Ressourcen realisieren als die Psychosomatikpatienten. Als für die klinische Praxis relevant lässt sich die Durchführung einer sorgfältigen Ressourcendiagnostik zur Vorbereitung gezielter psychotherapeutischer ressourcenorientierter Interventionen ableiten.

The present research assessed the extent of self-reported resource realization in 548 inpatients of a treatment of alcoholism at the beginning and end of treatment (after 3 months). In this context resource realization is defined as a subjective view of actual satisfaction of needs. Further, the predictive value of resource realization for longer-term outcomes (abstinence, self-reported life satisfaction) was assessed. Results showed that inpatients addicted to alcohol realize significant fewer resources then a healthy population. Significant clinical improvement was found. Resource realization was associated with psychological strain, but not with patient or treatment characteristics. At therapy beginning a high amount of resources brought forward the reduction of psychological strain during therapy. Resource realization already at the beginning and the end of therapy was a predictor for abstinence and life satisfaction one year after the end of therapy. A comparison between the patients addicted to alcohol and a cohort of psychosomatic patients from a parallel study with equal design (Deubner-Böhme, 2008) showed that patients addicted to alcohol had significantly higher resource realization at the beginning and end of the treatment. It is concluded that in clinical practice, the inclusion of a resource diagnostic at the beginning of treatment might facilitate psychotherapeutic resource-orientated treatments.

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Deppe-Schmitz, Uta: Ressourcenrealisierung und Therapieerfolg von alkoholabhängigen Patienten. 2008.

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