Gegenregulation nach Nahrungsaufnahme: Ein Phänomen?

von Witzleben, Ines

Hintergrund: Der erstmals von Herman und Mack (1975) beschriebene Effekt der Gegenregulation gilt als Standardparadigma zur Erforschung von Mechanismen, die Essanfälle auslösen und beeinflusste die theoretischen Erklärungs- und Behandlungskonzepte der Bulimia Nervosa maßgeblich. Erstaunlicherweise konnte dieser Effekt in der Folgezeit jedoch nicht mehr eindeutig empirisch nachgewiesen werden, was mit der hier vorliegenden Studie gelingen soll. Methode: Untersucht wurden 96 Frauen zwischen 18 und 58 Jahren, die anhand des Fragebogens zum Essverhalten (FEV, Pudel & Westenhöfer, 1989b) einer nichtklinischen (normalgewichtige ungezügelte Esser), subklinischen (normalgewichtige gezügelte Esser) und zwei klinischen Stichproben (Bulimikerinnen und adipöse gezügelte Esser) zugeordnet wurden. Zusätzlich wurden die Versuchspersonen über den Kaloriengehalt einer tatsächlich standardisierten Testmahlzeit unterschiedlich informiert. Per Zufall wurde dafür jede Gruppe in zwei Hälften geteilt und diesen wurde mitgeteilt, die eingenommene Mahlzeit sei niedrig- vs. hochkalorisch. Als abhängige Variablen wurden die subjektiven und affektiven Reaktionen und das Körperempfinden vor, unmittelbar nach, 45 min und 90 min nach Einnahme der Testmahlzeit erhoben. Nach Abschluss der Untersuchung durften die Versuchspersonen vom Buffet essen was und soviel sie wollten, was ebenfalls mit erhoben und ausgewertet wurde. Fragestellungen: 1. Lassen sich Adipöse in gezügelte und ungezügelte Esser einteilen? 2. Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Auftreten von gezügeltem Essverhalten und dem Vorliegen einer Binge Eating Disorder? 3. Welchen Einfluss haben die unterschiedlichen Informationen auf die abhängigen Variablen?

Background: The concept of counter regulation was initially described by Herman und Mack (1975) and is the standard paradigm in research on mechanisms which trigger episodes of binge eating. The concept has also decisively influenced theorizing and treatment of bulimia nervosa. Surprisingly, no clear empirical evidence for counter regulation has emerged in the following years. The current study investigated the validity of the construct of counter regulation. Method: Participants were ninety-six females between the age 18 and 58 years. Based on their scores on the Eating Behavior Questionnaire (German version - Fragebogen zum Essverhalten (FEV), Pudel & Westenhöfer, 1989b) participants were assigned to the following groups: non-clinical (unrestrained eaters with normal weight), subclinical (restrained eaters with normal weight) and two clinical groups (bulimics and obese restrained eaters). The participants were informed differently over the calorie level of a standardized test meal. Each of the above four groups were randomly assigned to the test condition of high or low calorie meal information. Dependent variables were subjective and affective reactions as well as body sensations before, immediately, 45 min. and 90 min. after food intake. After completion of the study all participants were allowed to eat as much as they wanted from the buffet. This data was also collected and analysed. Research Questions: 1. Can obese participants be assigned to restrained and unrestrained eating groups? 2. Is there a relationship between restrained eating episodes and having a binge eating disorder? 3. How does the information about calorie level of a meal influence the dependent variables?

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von Witzleben, Ines: Gegenregulation nach Nahrungsaufnahme: Ein Phänomen?. 2006.

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