Kinderfernsehen in Deutschland zwischen Qualitätsansprüchen und Ökonomie unter Berücksichtigung der Vorschulserie Sesamstrasse

Wladkowski, Marina

Seit mehr als fünf Jahrzehnten gibt es in Deutschland Kinderfernsehen. In dieser Zeit haben sich die Fernsehlandschaft und damit auch das angebotene Kinderprogramm erheblich verändert. Mit dem Aufkommen der privaten Fernsehanbieter in den 1980er Jahren verstärkte sich die Konkurrenz zwischen den einzelnen Sendern erheblich. Auswirkungen auf das Kinderfernsehen sind zu erkennen, denn Kinder werden als Zielgruppe von Fernsehverantwortlichen und der werbetreibenden Wirtschaft mit besonderem Interesse betrachtet. Dafür sind nicht zuletzt ökonomische Gründe entscheidend. Das Kinderfernsehen befindet sich heute im Zwiespalt zwischen hohen Qualitätsansprüchen und jenen marktorientierten Erfordernissen, die Konkurrenz und ökonomische Rahmenbedingungen bestimmen. Dabei ist Qualität keineswegs interessenfrei zu definieren. Vielmehr ist von erheblichen Diskrepanzen bezüglich der Frage auszugehen, wie sich Qualität im Kinderfernsehen manifestiert, wenn man die Ansprüche der Kinder, die Erwartungen der Eltern, die verschiedenen Standpunkte von Pädagogen und die Vorstellungen der Fernsehverantwortlichen miteinander vergleicht. Die Studie arbeitet die seit den 1990er Jahren erschienene medienpädagogische Literatur zum Thema Kinderfernsehen in Deutschland auf und analysiert sie unter dem Aspekt des Gegensatzes von Qualität und Ökonomie. Im Mittelpunkt steht die Frage, in welchem Maße die ökonomischen Rahmenbedingungen und der Quotendruck Qualitätsstandards des Kinderfernsehens beeinflussen. Hierbei ist die differente Situation zwischen den öffentlich-rechtlichen Sendern und den privaten Fernsehanbietern zu berücksichtigen. Am Beispiel der Vorschulserie Sesamstrasse soll ein Konzept zur Fernseherziehung für Vorschulkinder analysiert werden, das den Spagat zwischen Qualität und ökonomischen Erfordernissen seit 30 Jahren erfolgreich praktiziert. Das neue Sendekonzept und die Formen seiner Umsetzung werden dargestellt.

For more than five decades, children’s TV programmes have been broadcast worldwide. During this period, TV itself and thus children’s programmes have undergone considerable changes. Since the beginning of the 1980’s, competition has risen among the different broadcasting companies as private entrepreneurs swept onto the as yet underdeveloped TV market. The effect of this development can be seen in children’s programmes as children are now seen as potential and wealthy consumers by makers of TV and producers of consumer goods alike. As one main factor for this development economic reasons have to be mentioned. Today’s children’s TV has to be regarded as struggling in a conflict between high quality standards on one hand and broadcaster’s economic needs on the other, which in turn depend on economical factors and competition. Bearing these facts in mind, “quality” itself cannot be seen as detached from the TV broadcaster’s main interests, i.e. making profit. The main problem remains how to define “quality” in children’s programmes. The answer to this question varies greatly as consumers of TV, i.e. children, parents, educational groups and makers of TV all have different perspectives as to what constitutes ‘quality’ in children’s programmes. This thesis reviews some of the scientific literature concerned with children’s media awareness since the early 1990s, focussing on the contradictory aspects “quality” vs. “economy”. Special attention is put to the question as to how far the required high standards of children’s TV programmes are influenced by economically set frames and the demands through viewer’s pressure figures. Also, the reality of funding is fundamentally different with state-sponsored broadcasters on one hand and private TV companies on the other. This has to be taken into account. With the help of the pre-school children’s series Sesame Street, a concept of educational TV for (kindergarten) children is examined as this series is one of the prime examples of how to bridge the gap between quality children’s TV and economical limitation. Sesame Street has been highly successful for the past thirty years, as it has been developed from its original concept, altering only slightly over the years to accommodate new ideas within the educational world. This study shows how this is achieved.

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Wladkowski, Marina: Kinderfernsehen in Deutschland zwischen Qualitätsansprüchen und Ökonomie unter Berücksichtigung der Vorschulserie Sesamstrasse. 2003.

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