Kriechbewegungen und deren Überwachung am Beispiel der Böschungsrutschung im Absetzerrestloch 13 des ehemaligen Braunkohlentagebaues Zwenkau

Gärtner, Grit

Im Absetzerrestloch 13 des Tagebaus Zwenkau versagte 1983 das westliche Standböschungssystem auf einer Länge von rund 400 m. Seither bewegt sich die Rutschmasse auf einer horizontalen Gleitfläche langsam kriechend weiter. Ein umfassendes Monitoring, bestehend aus geodätischen Oberflächenvermessungen, Inklinometermessungen, Messungen der Grundwasserdruckspiegelhöhe und der Niederschlagsmengen, bodenmechanischer und geologischer Erkundung sowie dem Einsatz einer neuen geophysikalischen Überwachungssonde (u.a. Seismoakustik), bildet die Datengrundlage zur Untersuchung dieser 'Blockrutschung'. Die Ergebnisse belegen Kriechen in östlicher Richtung. Einzelne Schollen des Rutschkörpers bewegen sich allerdings in unterschiedlicher Richtung und mit variablen Beträgen, in Abhängigkeit von der Kinematik der Gesamtmasse. Die Gleitfläche ist an der Schichtfuge Böhlener Oberflöz/Zwischenmittel lokalisiert. Die Entlastung der überkonsolidierten Tone des Zwischenmittels, einhergehend mit Entfestigung und Rißbildung, bewirkten eine drastische Abminderung der Scherfestigkeit. Um die wirksamen Scherparameter einzugrenzen, wird die Methode der Rückrechnung eingesetzt. Weitere Faktoren der Standsicherheit, vor allem der hydrostatische Überdruck in der Scherfläche und die Restseespiegelhöhe werden mit Sensitivitätsanalysen bewertet. Aus den Meßergebnissen der neuen Überwachungssonde ist abzuleiten, daß das Kriechen in einem stick-slip Modus erfolgt und durch die Druckspiegelhöhe im Gleitflächenbereich kontrolliert wird.

The western slope-system of the former lignite opencut mine near Zwenkau failed in 1983 over a length of about 400 m. Until today the sliding mass continues to creep slowly on a nearly horizontal sliding plane. This phenomenon of block-sliding has been monitored by land surveying, inclinometers, a groundwater observation network and rainfall measurements. In addition, soil mechanical investigations and detailed geological mapping of the slope have been undertaken. These results were supplemented by monitoring with a new geophysical borehole probe, which delivered stability relevant data of the deformation in the slope (e.g. seismoacoustics, etc.). The sliding mass consists of several subblocks, which are characterised by different creeping-rates and direction of movement. The overall creeping-direction is to the east, towards the former opencut mine. The results obtaines by the new geophysical borehole probe indicate, that creep is controlled by the fluctuating piezometric head in the sliding plane. It follows a stick-slip-model. The sliding plane is located at the contact between the lignite seam and an underlying clay horizon (Böhlener Oberflöz/Zwischenmittel). The reduction of load on this overconsolidated clay in combination with fissuring led to a strong decrease in shear strength . The effective shear parameters have been evaluated by back-analysis. Other elements affecting the slope-stability like the hydrostatic head in the sliding surface and the free-water table of the worked-out opencut are evaluated by sensitivity analyses.

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Gärtner, Grit: Kriechbewegungen und deren Überwachung am Beispiel der Böschungsrutschung im Absetzerrestloch 13 des ehemaligen Braunkohlentagebaues Zwenkau. 2001.

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