Die Verbindung von Gesellschaftskritik, Vedanta und sexueller Identität : Christopher Isherwoods Erzählwerk als literarisches Coming Out

Kuhlmann, Catrin

Die Arbeit befasst sich mit dem erzählerischen Gesamtwerk des angloamerikanischen Autors Christopher Isherwood (1904 - 86). Die Autobiographien und Romane Isherwoods weisen untereinander große Unterschiede in Thematik und Stil auf. In besonderem Maße ist davon die literarische Verarbeitung von homosexuellen Beziehungen und Handlungen betroffen, wie ein Blick in zwei so unterschiedliche Werke wie Goodbye to Berlin, A Single Man und Christopher and His Kind zeigt. Isherwoods später sexueller Befreiung geht ein langer Entwicklungsprozess voraus, der als literarisches homosexuelles Coming Out bezeichnet werden kann und in der Bildung einer homosexuellen Identität resultiert. Dieser Prozess wird von einer Reihe von Faktoren getragen, die trotz der Unterschiedlichkeit der Werke auf der Inhalts- bzw. Strukturebene Isherwoods gesamtes Werk prägen. Dazu gehören neben dem Thema der Homosexualität auch die oppositionelle Auflehnung gegen die Gesellschaft sowie die Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Autobiographie und Fiktion. Nach der Übersiedelung in die USA während des Zweiten Weltkrieges kommt der Einfluss der Philosophie des Vedanta und des Pazifismus maßgeblich hinzu. In der vorliegenden Arbeit wird der Versuch unternommen zu zeigen, inwieweit diese entscheidenden Einflüsse auf Christopher Isherwoods intellektuellen und künstlerischen Werdegang gemeinsam dazu beigetragen haben, seine Entwicklung zu einer homosexuellen Persönlichkeit im modernen Sinne zu befördern.

The publication deals with the work of the Anglo-American author Christopher Isherwood (1904 - 86). Isherwood's autobiographies and novels show profound variations in topic and style among themselves. In particular, the literary processing of homosexual relations and actions is affected, as the juxtaposition of some of his works like Goodbye to Berlin, A Single Man and Christopher and His Kind shows. Isherwood's finally completed sexual liberation is preceded by a long evolving process. This can be called a literary homosexual Coming Out, the result of which is the construction of a homosexual identity. This process is determined by a set of factors which influence Isherwood's entire work despite their heterogeneity on the level of content and structure. Besides the topic of homosexuality, these are Isherwood's oppositional revolt against society as well as his literary preoccupation with the relation of autobiography and fiction. After Isherwood's emigration to the USA during World War II, the philosophy of Vedanta and pacifism start to exercise considerable influence on his work. In this examination, the attempt is undertaken to show to what extent these parameters contribute to Isherwood's intellectual and artistic development and how they promote his development into a liberated homosexual personality in the modern sense of the word.

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Kuhlmann, Catrin: Die Verbindung von Gesellschaftskritik, Vedanta und sexueller Identität : Christopher Isherwoods Erzählwerk als literarisches Coming Out. 2001.

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