Aufgabenwechsel bei visueller Suche

Futterer, Torsten

Die Bearbeitung unterschiedlicher Aufgaben in schnellem Wechsel erfordert längere Bearbeitungszeiten als die gleicher Aufgaben. Diese Zeitdifferenz wurde als Aufgabenwechselkosten interpretiert und anhand kognitiver Entscheidungsaufgaben mit Ziffern, Buchstaben oder Worten eingehend untersucht. Ziel dieser Studie war es, das Paradigma des Aufgabenwechsels in Verbindung mit visuell-räumlichen Aufmerksamkeitsprozessen und intentionalen Kontrollmöglichkeiten auf der Wahrnehmungsebene zu untersuchen. Dazu wurden die aufgabenrelevanten Reize über visuelle Suche vorgegeben. Versuchspersonen hatten farb- oder formabweichende Reize entweder nur zu entdecken oder sie zu entdecken und anhand ihrer abweichenden Eigenschaft zu klassifizieren. Neben der Darbietung in Experimentalblöcken mit und ohne Wechsel der Aufgabe, wurde die Möglichkeit aufgabenspezifischer Vorbereitung und Interferenz durch ablenkende Reize variiert. Ähnlich wie bei klassischen Ziffern- oder Buchstabenaufgaben fanden sich bei Klassifizierungsaufgaben Aufgabenwechselkosten, die durch Vorbereitung reduziert aber nicht eliminiert werden konnten. Diese residualen Wechselkosten traten jedoch nicht bei Entdeckungsaufgaben auf, was darauf schliessen lässt, dass sie durch Umstellungsprozesse auf den Ebenen der Reizklassifizierung und Antwortgenerierung verursacht wurden. Eine Beteiligung an den Wechselkosten konnte auch für die Interferenz nachgewiesen werden, die durch ablenkende Reize erzeugt wurde. Der Aufwand für die Hemmung von Ablenkern wirkte sich allerdings nur auf frühen (perzeptiven) Verarbeitungsstufen aus, ohne direkten Einfluss auf eine spätere Reizklassifizierung.

When different tasks are processed in fast alternation, the average processing time is longer as if those tasks are processed without alternation. This difference is interpreted as task shift costs and is widely investigated by using cognitive decision tasks with numbers, letters or words. In this project, the task shift paradigm was combined with the presentation of the task relevant stimuli via visual search. In this way, it was possible to investigate also visuo-spatial attention processes and the influence of intentional control on perception. Subjects had to detect color- or form-deviant stimuli or they had to detect and classify them by their deviant feature. The detection and classification tasks were presented in experimental blocks with or without shift of task. Another variation was the possibility of task specific preparation and the appearance of feature distractors associated with possible interference. The task shift costs for the classification task were similar to those in the classical number or letter tasks: The existing shift costs were reduced significantly by advance preparation, but they could not be eliminated, so that residual shift costs remained. On the other hand, those residual shift costs were absent in the detection task. The conclusion from those results is, that the residual shift costs were probably caused by processes on the classification and response generation level. The interference caused by feature distractors was also part of the shift costs. But, since the distractors were inhibited on an early perceptual processing stage, the interference did not effect the following stages of classification and response generation.

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Futterer, Torsten: Aufgabenwechsel bei visueller Suche. 2000.

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