Kleinsäuger in Überschwemmungsgebieten

Kosel, Petra

Mit dem Ziel, Informationen über das Verhalten der Kleinsäuger bei Hochwasser, die Populationsdynamik und das Wiederbesiedlungsmuster sowie über das Fangverhalten und die Methodik zu erlangen, wurden von Oktober 1995 bis September 1997 Kleinsäugerpopulationen auf fünf regelmäßig überfluteten Flächen im Bereich Gifhorn und Wolfsburg untersucht. Es wurde die Fang-Wiederfang-Methode mit Sherman-, Ugglan-, Oos-Drahtwipp- und Longworthfallen angewandt. In insgesamt 57 Fangperioden wurden bei 2.327 Fängen 12 verschiedene Kleinsäugerarten der Murinae, Arvicolinae und Soricinae erfaßt. Die Folgen des Hochwassers waren je nach Ausmaß verschieden: Einige Kleinsäuger überlebten geringere Überflutungen auch bei ungünstigen klimatischen Bedingungen, nutzten nahegelegene Ausweichflächen und wanderten in das trockengefallene Gebiet zurück. Hohe Überflutungen zur ungünstigen Zeit des Winters und Frühjahres führten hingegen zum völligen Zusammenbruch der Kleinsäugerbestände. Die Wiederbesiedlung der insgesamt als instabil einzustufenden Überflutungsflächen begann ein bis zwei Monate nach Rückgang des Hochwassers und erfolgte durch Immigranten benachbarter Populationen. Nach etwa sechs Monaten waren vergleichbare Artengemeinschaften und Individuenzahlen des Vorjahres erreicht. Fangverhalten und Fallentod der Kleinsäuger wurden analysiert. Die fünf Fallentypen sowie zwei Isolierungsvarianten wurden mit besonderer Berücksichtigung der Shermanfalle verglichen.

This study was conducted with the objective of gathering information on the behaviour patterns of small mammals during flood periods. The research focused on population dynamics, migrating patterns, as well as trapping behaviour and methods in frequently flooded areas around Gifhorn and Wolfsburg, Germany. The capture-mark-release method was used with Sherman-, Ugglan-, Oos-Drahtwipp- and Longworth traps. In total 2.327 catches out of 12 species of the Murinae, Arvicolinae and Soricinae were recorded in 57 trapping sessions. The consequences of the flooding varied in their severity: Some small mammals survived minor floodings, even in rough climatic conditions, by migrating to nearby higher, dry elevations and returning after the floodwaters receded. However, severe flooding during unfavourable climatic periods in winter and early spring resulted in a total collapse of the small mammal population. The recovery of the population in those areas, which are considered relatively unstable, began about one to two months after the floodwaters receded and was lead by the immigration of neighbouring small mammal populations. After a period of six months, the majority of the local species recovered to their relative population levels of the previous year. Capture behaviours and deaths of the small mammals caused by trapping were analyzed. The five types of traps and the two insulation variations were compared with special consideration of the Sherman trap.

Vorschau

Zitieren

Zitierform:

Kosel, Petra: Kleinsäuger in Überschwemmungsgebieten. 1999.

Zugriffsstatistik

Gesamt:
Volltextzugriffe:
Metadatenansicht:
12 Monate:
Volltextzugriffe:
Metadatenansicht:

Details anzeigen

Rechte

Nutzung und Vervielfältigung:
Alle Rechte vorbehalten

Export