Vergleichende Untersuchungen zur Funktion von Raver1 und Raver2

Henneberg, Berenike Johanna Maria

Raver1 ist ein ubiquitär exprimiertes Protein, welches aufgrund seiner drei RNA recognition motifs (RRM) in die Familie der heterogeneous nuclear ribonucleoproteins (hnRNP) eingeordnet wurde. Im Mausmodell hat die Inaktivierung des Raver1-Gens keinen Einfluss auf die Vitalität und Fertilität des Organismus. In der vorliegenden Arbeit wurden zunächst Fibroblasten-Zelllinien aus Wildtyp, heterozygoten und Raver1-defizienten Mausembryonen generiert und charakterisiert. Zwischen den Zelllinien waren in der Expression und subzellulären Lokalisation Raver1-assoziierter Proteine keine signifikanten Unterschiede zu verzeichnen. Aktin-abhängige Prozesse (Adhäsion, Ausbreitung und Migration) waren in den Raver1-defizienten Zellen ebenfalls unbeeinträchtigt. Der Verlust von Raver1 kann sowohl im Organismus, als auch auf zellulärer Ebene toleriert oder durch funktionell redundante Proteine kompensiert werden. Anhand von Datenbank-Untersuchungen konnte ein Raver1-homologes Protein identifiziert werden, Raver2. Raver2 weist, sowohl in seiner Domänenstruktur als auch in zellbiologischen und biochemischen Analysen, viele Gemeinsamkeiten mit Raver1 auf. Beide Proteine sind vorwiegend im Zellkern lokalisiert und können im Heterokaryon-Assay pendeln. Im Zellkern akkumulieren sie im perinucleolar compartment (PNC) und liegen dort in Komplexen mit dem polypyrimidine tract binding protein (PTB) vor. PTB konnte auch für Raver2 als direkter Bindungspartner identifiziert werden. Trotz ihrer RRMs sind beide Raver-Proteine nicht in der Lage, direkt an RNA zu binden, jedoch können sie in vitro indirekt über PTB mit RNA assoziiert sein. Darüber hinaus begünstigen Raver1 und Raver2 die Bildung von PTB-RNA-Komplexen. Die Ergebnisse dieser Arbeit unterstützen die Hypothese, dass Raver1 und mögliche Raver1-verwandte Proteine, als Korepressoren PTB-vermittelter Spleißprozesse fungieren.

The ubiquitous expressed protein Raver1 contains three RNA recognition motifs (RRM) and is a member of the heterogeneous nuclear ribonucleoprotein family (hnRNP). An inactivation of the raver1 gene showed no effect of vitality and fertility in mice. In this work, fibroblast cells of Raver1 wildtyp, heterocygot and homocygot mouse embryos were generated and characterized. No significant differences in expression and subcellular localization of Raver1 associated proteins could be detected. Additionally actin dependent processes (adhesion, spreading and migration) in Raver1 homocygot cells were not effected. A loss of Raver1 within the organism as well as in cells can be tolerated or compensated by redundant proteins. On the basis of a database research a Raver1 homologous protein, termed Raver2, could be identified. In regard to the domain structure, cell biological and biochemical analysis Raver2 shows high homologies to Raver1. Both proteins are localized in the nucleus and show shuttle activity in the heterocaryon assay. Within the nucleus, both proteins accumulate in the perinucleolar compartment (PNC), forming complexes with the polypyrimidine tract binding protein (PTB). A direct interaction between Raver2 and PTB could be identified. Despite their RRM, Raver1 and Raver2 cannot bind directly to RNA, but they can be RNA-associated via PTB in vitro. Furthermore both proteins promote the formation of PTB-RNA complexes. This data confirms the hypothesis, that Raver1 and Raver-related proteins can act as PTB-mediated co-repressor of splicing processes.

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Henneberg, Berenike Johanna Maria: Vergleichende Untersuchungen zur Funktion von Raver1 und Raver2. 2006.

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