Künstlerischer Opportunismus in der Malerei und Plastik des Dritten Reiches

Hümme, Heike

Mittelpunkt bzw. Ziel der vorliegenden Dissertation ist es zu belegen, dass sich Künstler unter Ausblendung der eigenen künstlerischen Maßstäbe und ethischen Grundsätze staatlich oktroyierten Idealen anzupassen bereit sind, sofern sich daraus für sie persönliche Vorteile ergeben. Als zeitlicher Rahmen der Untersuchung wurde Deutschland zwischen 1933-1945 gewählt. Da bekanntlich im Dritten Reich zwischen »arteigenen« und »entarteten« Künstlern, zwischen systemkonformen und –nonkonformen Kunstwerken unterschieden wurde und diejenigen, die der perfiden NS-Ideologie und –Kunstdoktrin zuwider liefen, mit einem umfangreichen Katalog an Repressalien bedroht wurden, schien dieses Zeitfenster geradezu prädestiniert, das Phänomen des künstlerischen Opportunismus mit der gebotenen Sensibilität zu untersuchen. Neben der Existenz opportunen Verhaltens von Künstlern werden die unterschiedlichen Erscheinungsformen ihrer stilistischen Anpassung als Voraussetzung desselben benannt, die Ursachen bzw. Motive der Künstler ergründet sowie nach ihrer grundsätzlichen politischen Verantwortung gegenüber ihrer Kunst und der Gesellschaft gefragt. Zum Vorgehen: Anhand ausgewählter Bildhauer – Arno Breker, Georg Kolbe, Fritz Klimsch – und Maler – Werner Peiner, Franz Radziwill – und anhand ausgewählter, im Dritten Reich favorisierter Sujets – männliche Aktplastik, das Motiv des Gefallenenmales, weibliche Aktplastik bzw. Landschaftsmalerei und Kriegsbild – galt es die Systemkonformität ihrer im Dritten Reich entstandenen Werke zu überprüfen. Dies geschah unter Berücksichtigung der NS-Kunstforschung im Allgemeinen sowie den monographischen Erkenntnissen im Speziellen. Mittels stilkritischer Vergleiche der vor und nach 1933 entstandenen Bildwerke der Künstler wurden stilistische, d.h. formale wie intentionale Widersprüche innerhalb der Œuvre aufgezeigt, die zweifelsfrei erkennen ließen, dass sich die Künstler nicht nur den proklamierten NS-Kunstanforderungen annäherten, sondern sich wohlkalkuliert in den Dienst der Machthaber stellten. Im Vordergrund standen dabei nicht verbale Indizien, sondern stilkritisch nachweisbare Veränderungen innerhalb der Kunst.

Object of the available dissertation is to prove that artists by fading out their own artistic yardsticks and ethical principles are willing to accept national conditions forced upon them by the state, if it’ll turn to their personal advantage. The period of time selected is Germany between 1933-1945. Since with respect to the Third Reich between species-characteristic and kind-strange artists one, between system-conformal and system-nonconformal works of art one differentiated as well as known, which ran the Nationalsocialist ideology and the art doctrine contrary, this time window seemed almost suited to examine the phenomenon of the artistic opportunism with required sensitivity. Apart from the existence of the opportunistic behaviour of artists the different manifestations of their stylistic adjustment as a condition of the same are designed, the causes and motives of the artists discovered as well as for their fundamental political responsibility in relation to their art and the society asked. To the procedure: On the basis selected sculptors – Arno Breker, Georg Kolbe, Fritz Klimsch – and painters – Werner Peiner, Franz Radziwill – and on the basis more selected, in the Third Reich of favored motives – male and female act plastics, the motive of the pleasure monument, the landscape painting and the war picture – it applied to examine the system conformity of their works of art developed of the Third Reich. This happened with consideration to the Nationalsocialist art research, generally and the monographic realisations, particularly. By means of style-critical comparisons before and after 1933 works of art developed are pointed out thereby stylistic – formal and intentional - contradictions within their life’s works, which show free of doubts the fact that the artists the Nationalsocialist proclaimed art requirements did not only approximate but probably into the service of the ruling powers placed itself. Of the investigation thereby less verbal indications, but rather style-critically provable changes were in the center within the works of art.

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Hümme, Heike: Künstlerischer Opportunismus in der Malerei und Plastik des Dritten Reiches. 2005.

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